Wenn man sich auf einer thailändischen Insel aufhält, ist die nächste auch nicht weit. Und so sind wir von Koh Kood mal eben mit der Fähre auf die nahegelegene Insel Koh Chang übergesetzt. Diese Insel ist touristisch deutlich umfangreicher erschlossen. Schon am Pier nach der Ankunft ist das offensichtlich. Was ursprünglich mal ein kleines Fischerdorf war, ist nun ein langer Weg durch nicht enden wollende Reihen an Souvenirshops.
Mehr Tourismus bedeutet aber auch leichteres Vorankommen. Im Gegensatz zu Koh Kood gibt es auf Koh Chang quasi öffentliche Verkehrsmittel, sogenannte "Songthaew", sodass auch wir als überzeugte Nicht-Roller-Fahrer etwas mehr von der Insel sehen können. Unsere Unterkunft ist gut, eine kleine Oase inklusive Seidenhühnern (voll niedlich) und ausreichend ruhig trotz der Hauptstraße vor der Tür.
Songthaews
Diese für Südostasien typischen Sammeltaxis sind Pickups mit Sitzbänken, die man einfach auf der Straße anhalten kann. Hier bekommt man quasi eine Achterbahnfahrt ohne Sicherheitsgurte über Koh Changs bergige Straßen!
Khlong Phlu Wasserfall
Ein Highlight war der Khlong Phlu Wasserfall, den man nach einer halben Stunde Fußmarsch über einen Dschungelpfad und entlang eines Baches erreicht.
Hier haben wir versucht ein paar nette Fotos für diesen Blog-Beitrag einzufangen. Baden war nicht erlaubt. Vermutlich weil das Wasser aus der Höhe stürzend dann doch etwas zu viel Kraft entfaltet.
Strände gibt es auf Koh Chang natürlich auch. Wir haben uns drei verschiedene angesehen. Zwar kam keiner an das paradiesische Koh Kood ran, aber bei einem kalten Getränk entspannen und die Sonne beim Untergehen beobachten geht auch hier prima.
So – das wirkt jetzt alles traumhaft schön und so. Das sind Strände und Wasserfälle ja auch, vor allem für Fotos. Aber der Vollständigkeit halber und um einen ehrlichen Eindruck zu geben, wollen wir auch erwähnen, dass Koh Chang auf uns aber vor allem den Eindruck eines Paradies aus vergangenen Zeiten gemacht hat. Viele Anlagen sind aufgegeben und werden von der Natur zurückerobert. An jeder Ecke finden sich quasi Ruinen.
Immerhin kann Chris diesen "Lost Places" einen gewissen morbiden Charme abgewinnen.
Keinerlei Charme hat allerdings das Angebot fürs Elefantenreiten. Eine angeblich tolle Touristen-Attraktion die hier oft angeboten wird, in Wahrheit aber einfach nur Tierquälerei ist. Wir konnten beim Vorbeifahren an einem solchen Gehege selbst beobachten, wie die angeketteten Tiere mit Stöcken geschlagen werden.
Hier noch ein kleines Zwischenfazit zu unseren Erlebnissen in Thailand, bevor es für uns erstmal weiter in das nächste Land geht:
Es fällt uns schwerer als erwartet, die Zeit hier zu genießen. Wir fahren kein Roller, wir mögen keine Massagen, wir rauchen kein Weed, wir essen kein Seafood und suchen keine Partys – also genau das Gegenteil von dem was uns hier ständig umgibt. Und beim Anblick der strukturellen Probleme fühlen wir uns als westliche Touristen irgendwie dauerhaft schlecht diese ärmere Region für unsere "Unterhaltung" auszunutzen. Unser Eindruck deckt sich bis jetzt wenig mit den romantisierten Darstellungen aus Reiseführern und Berichten. Die Frage ist nun: Wie bekommen wir da ein gesünderes und positiveres Mindset?